Hallo liebe Unterstützer*innen, Nachbar*innen und Freund*innen des Projekts,

bevor ich mit Zahlen, Konzepten oder der neuen, fancy Rechtsform um mich werfe, zuerst das Wichtigste: Danke. Danke für euer Vertrauen, eure Nerven, eure Unterstützung, eure Nachrichten, eure Fragen, eure Direktkredite und euer „Ich drück euch die Daumen!“. Ohne euch wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Denn es wird klappen. 

Ich erinnere mich noch an den Moment, als wir zum ersten Mal im Haus waren. Wir waren begeistert - alle! Aufgeregt, entzückt und voller Tatendrang für das, was passiert, wenn etwas perfekt passt: Das Ausmalen und Planen von uns in diesem Haus, einem Sommerfest, gemeinsamen Stunden auf der Dachterrasse, Workshops und Themenabende für NachbarInnen und Neugierige. 

Dieser zauberhafte Moment gab uns Kraft, bis jetzt durchzuhalten: zum Kauf unseres zukünftigen Hauses! Es wird aber Änderungen geben, über die ich euch informieren möchte.

Unser ursprünglicher Weg mit dem Mietshäuser Syndikat hätte erfordert, dass wir mindestens 300.000 Euro Direktkredite bekommen. Das haben wir nicht geschafft. Aber wir haben uns geschüttelt, entzaubert und konnten eine andere Möglichkeit finden.

Unsere solidarische Alternative: die eGbR

Wir haben eine eGbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) notariell gegründet. Unsere Vision bleibt unerschütterlich: Wir schaffen dauerhaft bezahlbaren, selbstverwalteten, solidarischen Wohnraum. Wenn der Kredit getilgt ist, geht die Immobilie in eine gemeinwohlorientierte Stiftung oder in eine GmbH mit gebundenem Vermögen über. Das werden wir in unserem Gesellschaftsvertrag notariell festhalten. Das Haus bleibt ein Wohnprojekt.

Die Anfangsmiete wird etwas höher als gehofft, aber wir haben einen Plan (eigentlich drei):

  • Sondertilgungen durch Direktkredite

  • Umbauten, um mehr Bewohner*innen aufnehmen zu können und die Mieten wieder zu reduzieren

  • Stadtteilarbeit, die nicht nur Herzen wärmt, sondern langfristig auch Finanzen entspannt

Insgesamt kostet die Immobilie mit Nebenkosten 1,4 Millionen Euro. Das ist ne richtige Nummer. 511 m² plus Garten, also genug Platz für Menschen, Ideen, Feste und Gemeinschaft. Aber lasst es mich ins Verhältnis setzen: Wir verteilen das auf acht Schultern, perspektivisch kommen Schultern hinzu. Wenn eine typische Kleinfamilie ein Haus kauft, müssen sie nicht selten auch 300 – 400 Tausend Euro Kredit aufnehmen und das zu zweit stemmen. (Einen verbalen Wutausbruch über horrende Immobilienpreise dürft ihr euch an dieser Stelle denken).

Wie sieht unsere Finanzierung aus: 

  • Wir bringen 255.000 Euro Eigenkapital ein.
  • Von euch kommen zusätzlich noch 113.000 Euro Direktkredite hinzu.

Ganz ehrlich: Das ist völlig irre und wunderbar zugleich. Ihr leiht uns nicht nur Geld, sondern schenkt uns Vertrauen. 

 

Kurz & schmerzlos: Was bedeutet das eigentlich?

  • Grundbuch: Eingetragen wird die eGbR. Personen innerhalb der eGbR können wechseln, das Haus bleibt bestehen.

  • Haftung: Vier Menschen (Thomas, Galika, Kevin, Vera) übernehmen persönliche Haftung und nehmen den Kredit auf. Unsere Bonität wurde geprüft und ist erfreulicherweise stabibi.

  • Direktkredite: Solide abgesichert. Zinsen werden weiterhin aus den „Mieten“ bezahlt. Alles bleibt transparent. Jedes Jahr werden die Direktkreditgeber*innen von uns hören. Der Newsletter wird weiterhin regelmäßig erscheinen.

  • Kredit: Der Kredit wird von den Bewohner*innen durch die „Mieten“ abgezahlt. Wir halten weiterhin an unserem System fest, in dem diejenigen mehr zahlen, die mehr verdienen. 


Danke für alles, was ihr schon gegeben habt.
Danke, dass ihr an uns glaubt und uns größer und stärker macht.

Lasst uns zeigen, dass Nachbar*innenschaft und das Gefühl von Gemeinschaft im Kleinen wächst und im Großen wirkt. Altenbochum, wir haben so Bock auf euch!

Seid lieb zueinander!

Vera Recktenwald
Für das Haus Vielsam