Hallo liebe Unterstützer*innen, Nachbar*innen und Freund*innen des Projekts,
„Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne[…]“
So schrieb schon Hermann Hesse 1941 in seinem Gedicht „Stufen“, dessen Zauber ich hier oft erwähne. Unser Zauber ist bereit für Abschied und Neubeginn.
Wir waren beim Notar. Ein Raum voller glücklich entspannter Gesichter, voller Leichtigkeit und Freude. Wir haben es geschafft: Keine zehn Monate haben wir gebraucht, um unser Traumhaus zu „kaufen“.
Ich erinnere mich an eine Sommerparty bei unserem lieben Freund Mirco, die Vielsam auch nutzte, um sich zu sammeln und alle etwas mitbrachten, das ihnen Kraft gab. Dana hatte ein Lied namens „Unser Haus“ dabei, in dem es heißt:
Wir suchen Platz für Ideen, Platz zum Leben
Wir suchen mehr Platz, als ihr Lücken lasst
Weil wir uns nicht erdrücken lassen
Da sind doch noch ein paar mit Köpfen wie ein Wunderland
Voll Alternativen für ein Leben voller Neuanfang
Ein paar von ganz eigenen Gedanken bestimmt
Die am Fundament rütteln, bis das Dach zu schwanken beginnt…
Ich sehe Dana mit ihren pinken Haaren in unserer Mitte stehen, mitsingen und werde melancholisch beim Schreiben, dann in diesem Moment manifestierte sich in mir: Das ist unser Haus! Wir werden das schaffen.
Wir waren beim Notar. Alle zusammen. Mit Dokumenten voller Wörter, die mein Herz zum Würgen bringen. 15 Seiten voller Juristerei, die der Notar geduldig erklärte. Und dann haben wir unterschrieben.
Vielsam hat jetzt ein Haus.
Es war aufregend. Still. Konzentriert. Und gleichzeitig war da dieses leise Kribbeln: Wir machen hier etwas Großes. Etwas, das bleibt. Etwas, das nicht nur uns betrifft, sondern hoffentlich viele Menschen nach uns.
Und als wäre das nicht schon genug, hatte dieser Tag noch ein Geschenk parat:
Thomas wurde 40 und darf in den Vielsam-Ältestenrat zu Anja, Ulfi und mir.

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Am Abend waren wir noch einmal im Haus eingeladen. Auch für Birthe und Klaus, die jetzigen Besitzer*innen, war es ein aufregender Tag. Die Beiden haben unsere Idee von Beginn an verstanden. Liebevoll wurden wir empfangen und verköstigt, wie schon bei Treffen zuvor. Wir durften in alle Ecken lunzen, Türen öffnen, Abstände vermessen, uns aufs Sofa fläzen, Räume auf uns wirken lassen. In Gedanken Möbel verrücken, Leben hineinlegen, Szenarien spinnen, wie wir Sonntagsmorgens verstrubbelt ins Wohnzimmer taumeln. Und dann trug Galika noch ihr „Wasserhaus Manifest“ vor. Galika, die wild und zart und klug und witzig mit Worten ist. Gab es Tränen?! Oh, ja! Es war ruhig. Und schön. Und fühlte sich so wunderbar wichtig an. Wir standen da und wussten: Heute gehen Dankesworte an Birthe und Klaus: Danke, dass ihr an eure Achter geglaubt habt. Danke, dass ihr euer Haus, das ihr jahrzehntelang so liebevoll renoviert und gepflegt habt, in unsere Hände gebt. Jetzt geht ein neuer Zauber los und wir versprechen euch: Es wird magisch! Und Thomas: Seid lieb zueinander!
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