

Hallo liebe Unterstützer*innen, Nachbar*innen und Freund*innen des Wohnprojekts Vielsam,
wir gehen mit dem Newsletter in die nächste Runde. Vielleicht habt ihr euch auch schon gefragt: Wie funktioniert unser soziales Wohnprojekt? Und was ist das eigentlich? Das möchten wir euch gerne erzählen.
Wohnen neu denken
Ich persönlich hatte bis vor ein paar Jahren ein stabiles Vorurteil im Kopf: Alternative Leute, vielleicht ein bisschen Bio-Garten, ein bisschen WG-Flair, ein bisschen zerfledderte Haare – und das ist alles nicht ganz falsch. Aber eben auch nicht ganz richtig. Ein Wohnprojekt – unser Wohnprojekt – ist ein mutiger Versuch, Wohnen neu zu denken. Es bedeutet: Wir wollen nicht nebeneinander leben, sondern miteinander. Wir wollen Räume öffnen, in denen Gemeinschaft wachsen kann. Wir wollen Leben in unser Haus bringen. Und das meinen wir wörtlich: Unser Haus soll zeitweise ein Ort für die Menschen in der Umgebung werden. Wir wollen nachbarschaftliche Hilfe anbieten, Feste feiern, Workshops gestalten, Diskussionen führen, Menschen kennenlernen, eben wahre Gemeinschaft schaffen.
Und das Haus wird euch nie gehören?
Unser Wohnprojekt ist sozial abgesichert: Weil uns das Haus im klassischen Sinne gar nicht gehört. Es gehört sich selbst – verwaltet vom Mietshäuser Syndikat, von uns, von zukünftigen Bewohner*innen. Das schützt uns vor Spekulation und Gier – und das schützt unser Projekt davor, irgendwann doch nur „eine gute Geldanlage“ zu werden. Das wollen wir nämlich nicht. Wir wollen miteinander leben, teilen, kurz gesagt: Ein Wohnprojekt ist eine Mischung aus Zuhause, Solidarität und gesellschaftlichem Statement. Und es ist ein leiser Mittelfinger gegen horrende Mietpreise. Und in unserem Fall: ein Herzensprojekt, für das wir die wunderbare Stadt Bochum ausgewählt haben.
Was teilt unser Wohnprojekt?
Verantwortung füreinander und Verantwortung für die Menschen, die nach uns in dem Haus leben möchten. Aber vor allem teilen wir die wilde Idee, dass es eben viel mehr unglaublich bezaubernde Menschen auf dieser Welt gibt, als wir bis jetzt ahnen.
Ressourcen haben wir alle: Ideen, Kreativität, Zeit, Wissen, Erfahrungen, Geschick…All das möchten wir teilen. Im Haus teilen wir natürlich völlig praktische Dinge, wie Alltagsgegenstände, aber eben auch unsere Superpower, füreinander da zu sein. Das klingt alles heftig romantisch, aber lasst uns genau das beweisen.
Sicherheit: Im doppelten Sinne. Unser Projekt ist penibel geplant und wir arbeiten transparent. Sicherheit bedeutet für dich: Wenn du dir überlegst, uns einen Direktkredit zu geben, klären wir dich genau auf und werden dir jede kritische Nachfrage gerne beantworten. Sicherheit hat aber noch eine Bedeutung: Wir geben uns Sicherheit und jeder Mensch, der sich mit uns umgibt, soll sich sicher fühlen.
Solidarität: Nicht immer haben wir alle die gleiche Menge an Power. Aber das macht nichts, denn wir kommunizieren achtsam, wer was packen kann. Wir helfen einander, wir stehen füreinander ein, wir entscheiden gemeinsam. Wir leben nicht nur im Jetzt, sondern denken die Menschen mit, die nach uns im Haus leben möchten.

Warum ein Wohnprojekt in Bochum?
Wir möchten ein Zuhause sein – und ein Statement gegen explodierende Mietpreise, besonders hier im Ruhrgebiet. Ein Bericht des Mietervereins Bochum zeigt, dass die Mieten in den letzten 10 Jahren um fast 50% gestiegen sind. Neubauprojekte konzentrieren sich auf hochpreisige Segmente, während der Bestand an Sozialwohnungen schrumpft. Der Wohnungsmarkt ist de facto für viele Menschen nicht mehr zugänglich. Wir versuchen dem etwas entgegenzusetzen: Als 1. Mietshaus Syndikat im Ruhrgebiet. Lasst uns die Stadt zurückerobern. Wenn wir es schaffen, können wir anderen helfen und es können weitere Projekte geschaffen werden.
Ich könnte noch viel mehr schreiben. Werde ich auch, aber erst in den nächsten Ausgaben. Spoiler: Da werde ich erklären, was ein Mietshaussyndikat ist. Wenn du Lust hast, Teil davon zu werden – als Unterstützer*in, Direktkreditgeber*in, Ideenspender*in oder interessierte/r Leser*in – dann melde dich gern bei uns.
Danke, dass Du uns begleitest.
Bleib neugierig – und bis zur nächsten Ausgabe!
❤️ Vera Recktenwald
Bochum 2025
Wohnprojekt Vielsam - Vielsam statt Einsam.
Bochum 2025